9. September 2026 – Landeselternrat Sachsen fordert Konsequenzen für den Doppelhaushalt 2027/2028
Die neuen Ergebnisse der PISA-Studie sind ein alarmierendes Signal für das deutsche Bildungssystem. In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften erreichen die 15-Jährigen in Deutschland die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der PISA-Erhebungen. Rund ein Fünftel der Jugendlichen verfügt in keinem der drei Bereiche über ausreichende Basiskompetenzen. Gleichzeitig ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg so stark wie nie zuvor.
Der Landeselternrat Sachsen sieht darin eine eindringliche Bestätigung seiner Forderungen aus dem Bildungsappell 2.0. Dieser stellt klar: Sachsen darf die sinkenden Schülerzahlen nicht als Anlass nehmen, Bildungsinvestitionen zurückzufahren oder Lehrkräftestellen abzubauen. Vielmehr eröffnet der demografische Wandel die Chance auf kleinere Lerngruppen, mehr individuelle Förderung, bessere Arbeitsbedingungen und eine neue Qualität von Schule.
Stefan Kraft, Vorsitzender des Landeselternrates Sachsen:
„PISA ist kein Weckruf, der erst heute ertönt. Die Eltern in Sachsen warnen seit Jahren davor, dass unser Bildungssystem an seine Belastungsgrenzen kommt. Wer jetzt nur auf Testergebnisse schaut, hat die eigentliche Botschaft nicht verstanden: Gute Bildung braucht Zeit, Personal, Unterstützung und gute Lernbedingungen. Wir dürfen den demografischen Wandel nicht zum Sparprogramm für Schulen machen. Er ist unsere historische Chance für eine Qualitätsoffensive.“
Der Landeselternrat fordert deshalb, den Doppelhaushalt 2027/2028 zu einem Zukunftshaushalt für Bildung zu machen. Dazu gehören insbesondere der Erhalt von Lehrkräftestellen trotz sinkender Schülerzahlen, flächendeckende multiprofessionelle Teams und Schulsozialarbeit, der Abbau des Sanierungsstaus in der Schulinfrastruktur, moderne Lern- und Differenzierungsräume sowie eine stärkere individuelle Förderung.
Ramona Fritzsche, stellv. Vorsitzende des Landeselternrates Sachsen:
„Bildungsgerechtigkeit entscheidet sich nicht am Ende der Schullaufbahn, sondern jeden Tag im Klassenzimmer. Wenn Herkunft und finanzieller Background weiterhin so stark über Bildungschancen entscheidet, müssen wir dort investieren wo Unterstützung gebraucht wird: in Förderung ab dem Kindergarten, Schulsozialarbeit, Inklusion, effektive Integration, kleine Klassen. Wir brauchen keine Politik des Verwaltens von Mangel, sondern den politischen Entschluss Bildung zu priorisieren. Dafür müssen Schulen, Lehrkräfte und Lernende ausgestattet und dauerhaft unterstützt werden.“
Stefan Kraft abschließend:
„Die entscheidende Frage lautet nicht, wie viel Schule sich Sachsen leisten kann. Die entscheidende Frage ist, welche Schule sich Sachsen für die Zukunft leisten will. PISA zeigt: Wegducken ist keine Option. Jetzt ist der Zeitpunkt, Bildung zur politischen Priorität zu machen – nicht irgendwann, sondern mit dem Doppelhaushalt 2027/2028.“
Der Landeselternrat Sachsen fordert die Staatsregierung und den Sächsischen Landtag daher auf, die kommenden Haushaltsentscheidungen für ein Jahrzehnt gezielter Investitionen in Bildung, moderne Schulen und echte Chancengleichheit zu nutzen. Genau dazu ruft der Bildungsappell 2.0 auf.
