– Eltern plädieren für zeitgemäße Unterrichtsinhalte –
16. Januar 2026 – Die Diskussion und das Echo um die Abschaffung der schriftlichen Division in Niedersachsen berühren eine grundlegende Frage moderner Bildungspolitik: Wie können Lehrpläne und Unterrichtsmethoden weiterentwickelt werden, damit sie mit den sich verändernden Anforderungen einer sich wandelnden Welt Schritt halten und den zukünftigen Herausforderungen gerecht werden?
Ronald Lindecke, Vorsitzender des Landeselternrates Sachsen, ordnet die Debatte aus Elternsicht ein:
„Auch wenn die aktuelle Initiative aus Niedersachsen kommt, berührt sie Fragestellungen, die alle Bundesländer betreffen. Sie stellt eine ambitionierte Perspektive der Fachdidaktik dar, die sich auch auf andere Lehr- und Lerninhalte übertragen lässt. Ein ergebnisoffener, wissenschaftlich fundierter Austausch sollte unter fachlicher Expertise erfolgen und dort verortet sein, wo Lehrplanarbeit verantwortet wird: an unseren Universitäten sowie in den zuständigen Gremien der Lehrplanentwicklung in Radebeul.“
Auch Stefan Kraft, Vorsitzender des Kreiselternrates Dresden und Landeselternratsmitglied, sieht in der aktuellen Debatte einen wichtigen Impuls:
„Schule verändert sich – und sie muss sich verändern. Als Eltern fordern wir seit Jahren eine Aktualisierung des Lehrkanons und der Lehrpläne. Das ist auch im Bildungsland-2030-Prozess ausdrücklich vorgesehen. Dazu gehört, dass neue Vorschläge nicht reflexartig mit dem Verweis auf Tradition abgelehnt werden, sondern ernsthaft geprüft und fachlich bewertet werden. Sachsen darf hier mutiger sein und sich offen mit neuen didaktischen Konzepten auseinandersetzen. Nicht jede Veränderung bedeutet automatisch ein Absenken des Bildungsniveaus.“
Beide betonen: Die Frage, wann und welche Rechenverfahren zukünftig gelehrt werden, ist keine ideologische, sondern eine fachliche. Entscheidend ist, dass Schülerinnen und Schüler mathematische Zusammenhänge verstehen, sich sicher im Zahlenraum bewegen und auf eine zunehmend digitalisierte Welt vorbereitet werden. Dies erfordert einen offenen, wissenschaftlich fundierten Diskurs – und die Bereitschaft, bestehende Konzepte weiterzuentwickeln.
