2. Juli 2026 – Die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers 2026 zeigen aus Sicht des Landeselternrates Sachsen deutlich, vor welchen Herausforderungen Schulen heute stehen. Besonders die zunehmenden sozialen und pädagogischen Anforderungen, die Heterogenität der Schülerschaft sowie die hohe Belastung der Lehrkräfte prägen den Schulalltag.
Die aktuellen Ergebnisse bestätigen damit zahlreiche Beobachtungen, die Elternvertretungen in Sachsen seit Jahren aus den Schulen zurückgemeldet bekommen.
„Das Schulbarometer macht deutlich, dass die Herausforderungen an unseren Schulen längst nicht mehr allein durch Lehrkräfte bewältigt werden können. Wenn fast jede zweite Lehrkraft das Verhalten von Schülerinnen und Schülern als größte Herausforderung nennt und gleichzeitig mehr Unterstützung im Umgang mit sozialen und psychischen Problemlagen fordert, dann müssen daraus politische Konsequenzen folgen“, erklärt Stefan Kraft, Vorsitzender des Landeselternrates Sachsen.
Besonders bemerkenswert sei, dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Konsequenz vor allem den Ausbau multiprofessioneller Teams, eine Stärkung der Schulsozialarbeit, mehr Schulbegleiter sowie zusätzliche Unterstützungsstrukturen empfehlen.
„Viele Familien erleben täglich, dass Schulen immer mehr gesellschaftliche Aufgaben übernehmen müssen. Dafür brauchen sie die notwendigen Ressourcen. Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und weitere pädagogische Fachkräfte dürfen nicht von Förderprogrammen oder befristeten Projekten abhängen. Sie müssen zu einer verlässlichen Grundausstattung jeder Schule gehören“, pflichtet Ramona Fritzsche, stellvertretende Vorsitzende des Landeselternrates aus dem Landkreis Zwickau bei.
Der Landeselternrat begrüßt zudem, dass das Schulbarometer die Bedeutung von Demokratiebildung, Inklusion und der Förderung sozialer Kompetenzen hervorhebt. Gerade vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Spannungen komme den Schulen eine zentrale Rolle zu.
„Die Ergebnisse zeigen, dass gute Bildung weit mehr ist als Unterricht im Klassenzimmer. Schulen brauchen Zeit, Personal und moderne Rahmenbedingungen, um Kinder und Jugendliche auf das Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorzubereiten. Dazu gehören auch funktionierende digitale Infrastruktur, verlässliche Unterstützungssysteme und eine spürbare Entlastung von Bürokratie“, betont die Vogtländerin Manuela Schilling, ebenfalls stellvertretende LER-Vorsitzende.
Der Landeselternrat Sachsen wird die Ergebnisse des Schulbarometers in seine laufenden Beratungen zu den bildungspolitischen Schwerpunkten für den Doppelhaushalt 2027/2028 einbeziehen. Bereits jetzt zeigt sich, dass die von Eltern, Lehrkräften und Wissenschaft benannten Herausforderungen in vielen Punkten übereinstimmen.
„Wenn Lehrkräfte, Eltern und wissenschaftliche Studien dieselben Probleme beschreiben, sollte dies ein deutlicher Handlungsauftrag für die Politik sein. Die Zukunft unseres Bildungssystems entscheidet sich nicht in Sonntagsreden, sondern in den konkreten Prioritäten der kommenden Haushaltsberatungen“, erklärt Stefan Kraft abschließend.
