3. März 2026 – Bildungsgerechtigkeit beginnt vor Ort – Schulstandorte sichern, Qualität stärken, Chancen fair verteilen. Sinkende Schülerzahlen sind eine Chance für Qualität – kein Sparauftrag.
Die aktuellen Schülerzahlprognosen für Sachsen sind eindeutig. Ebenso eindeutig ist für den Landeselternrat Sachsen die Konsequenz: Jetzt entscheidet sich, ob Bildungspolitik gestaltet oder verwaltet wird. Sinkende Schülerzahlen – besonders im ländlichen Raum – dürfen nicht als Vorwand für Schulschließungen herhalten. Sie sind eine historische Chance, Qualität zu stärken und Bildung gerechter zu machen.
Die Prognosen des Statistischen Landesamtes zeigen einen deutlichen Rückgang der Schülerzahlen in den kommenden Jahren. Für den Landeselternrat ist das kein Signal zum Rückzug, sondern ein klarer Handlungsauftrag. Ronald Lindecke, Vorsitzender des Landeselternrates Sachsen, stellt klar: „Gerade im ländlichen Raum sind Schulen das Rückgrat und die Ankerpunkte einer Region. Wer Schulstandorte schließt, schwächt ganze Gemeinden. Daher ist jetzt nicht die Zeit für Abbau – jetzt ist die Zeit für Investitionen in Qualität und neue pädagogische Konzepte.“
Wohnortnahe Beschulung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse. Lange Schulwege kosten Zeit, Energie und Teilhabe – und sie treffen vor allem Familien im ländlichen Raum. „Eltern brauchen Verlässlichkeit statt jährlicher Standortdebatten. Ein klares politisches Bekenntnis zu wohnortnahen Schulen ist entscheidend, damit Familien im ländlichen Raum bleiben und Perspektiven sehen“, betont Lindecke.
Mandy Prietzel, Vorsitzende des Kreiselternrates Görlitz und LER-Vorstandsmitglied ergänzt: „Wer Schulstandorte sichert, stärkt das Vertrauen der Familien in ihre Region. Wer sie infrage stellt, schafft Unsicherheit. Wohnortnahe Schulen sind ein Schlüssel für echte Chancengleichheit.“
Aus Sicht urbaner wie ländlicher Regionen bietet der demografische Wandel zudem die Chance, gezielt in Qualität zu investieren. Stefan Kraft, Vorsitzender des Kreiselternrates Dresden und LER-Vorstandsmitglied erklärt: „Bildungsgerechtigkeit heißt, dass der Wohnort nicht über die Qualität der Bildung entscheidet. Sinkende Schülerzahlen eröffnen die Chance für kleinere Klassen und mehr individuelle Förderung – diese Potenziale müssen wir konsequent nutzen.“
Eltern erwarten daher, dass die bestehenden Spielräume im Schulgesetz konsequent genutzt und weiterentwickelt werden. Dazu gehören:
• flexible Mindestschülerzahlen
• jahrgangsübergreifender Unterricht
• ein weiterentwickeltes Lehramt
• der Ausbau moderner Schulformen wie Oberschule+ und Gemeinschaftsschule
Diese ermöglichen längeres gemeinsames Lernen, stabilisieren Schulstandorte und setzen wichtige pädagogische Impulse.
„Ein zukunftssicheres Schulnetz entsteht nicht durch Schließungen, sondern durch kluge Weiterentwicklung. Wir müssen frühzeitig verlässliche Leitlinien für die Schulnetzplanung vereinbaren und Lernende, Eltern sowie Lehrkräfte transparent einbeziehen. Ein zukunftssicheres Schulnetz ist kein Sparprojekt, sondern ein Qualitätsversprechen an die nächste Generation“, appelliert Kraft abschließend in Richtung Landes- und Kommunalpolitik.
