Doppelhaushalt 2027/28 – Sicherstellung fairer Finanzierungsbedingungen für Schulen in freier Trägerschaft im Rahmen des Prüfauftrags Nr. 35

Der Prüfauftrag Nr.35 der Sächsischen Landesregierung vom 20.Januar2026 an das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) kündigt eine Prüfung der Zuschussregelungen für freie Schulen an. „Wir befürchten, dass dies zu einer weiteren finanziellen Schlechterstellung unserer Schulen führen wird – und damit unmittelbar zu Lasten unserer Kinder und Familien geht.“, so Christopher Rölke vom Ausschuss Schulen in freier Trägerschaft des LandesElternRats.

Schon heute erhalten freie Schulen deutlich weniger öffentliche Mittel pro Schüler als öffentliche Schulen. Denn die Berechnung der Schülerausgabensätze orientiert sich allein an der tatsächlichen Personal- und Sachkostenentwicklung der öffentlichen Schulen. Sinkt dort der Aufwand, sinken automatisch auch die Zuschüsse für die freien Schulen – unabhängig davon, ob deren Kosten real überhaupt sinken. Zudem sieht das Sächsische Gesetz über Schulen in freier Trägerschaft bereits eine pauschale Reduktion der Personalkosten mit dem Faktor0,9 vor – damit sind die Schülerausgabensätze bereits per Gesetz um ganze zehn Prozent gekürzt.
Die Schulen in freier Trägerschaft starten also schon mit einem systematischen Nachteil.

Weitere Kürzungen oder restriktive Anpassungen der Zuschussregelungen durch Absenkung des Faktors der Schülerausgabensätze dürfen daher keinesfalls zu Lasten der freien Schulen vorgenommen werden. Jede weitere Reduzierung würde das bestehende Ungleichgewicht verschärfen und die freie Schulwahl faktisch einschränken.

Eine Kürzung der Zuschüsse hätte zwangsläufig zur Folge, dass freie Schulen ihre Kosten nur durch Gehaltssenkungen beim pädagogischen Personal oder durch eine Erhöhung des Schulgeldes kompensieren könnten. „Beides wäre sozial und bildungspolitisch verheerend: geringere Attraktivität für Lehrkräfte und eine zusätzliche finanzielle Belastung der Eltern. Beides trifft die Falschen! Leidtragende sind die schwächsten der Gesellschaft, unsere Kinder.“, so Kathrin Blumtritt vom Ausschuss Schulen in freier Trägerschaft des LandesElternRats.

Einsparungen im Bildungsbereich und in diesem Fall bei der Finanzierung der Schulen in freier Trägerschaft sind stets der falsche Weg, um Sachsen für die Zukunft stark zu machen. Dass Sachsen im Bundesvergleich gerade im Bildungsbereich so stark ist, ist auch den freien Schulen zu verdanken.

Eltern investieren viel Zeit, Geld und Herzblut in die Schulbildung ihrer Kinder. Freie Schulen sind keine Luxusprojekte, sondern Ausdruck von Elternverantwortung, pädagogischer Vielfalt und gelebtem bürgerschaftlichen Engagement. Sie entlasten den Staat erheblich, sollten dafür aber auch auf eine verlässliche und faire Finanzierung bauen dürfen.

Die politischen Entscheidungsträger werden eindringlich aufgefordert, sich im Rahmen der parlamentarischen Beratungen für die Wahrung gerechter und verlässlicher Finanzierungsbedingungen, auch für Schulen in freier Trägerschaft einzusetzen.
Es dürfen keine weiteren Kürzungen einseitig zu Lasten der Schulen in freier Trägerschaft vorgenommen werden! Unsere Kinder dürfen nicht die Verlierer einer falschen Sparpolitik sein. Bildungsgerechtigkeit darf nicht davon abhängen, ob ein Kind eine staatliche oder freie Schule besucht. Nur so kann die Vielfalt und Qualität unseres sächsischen Schulwesens dauerhaft gesichert werden.