Unterrichtsausfall sinkt leicht – Handlungsbedarf bleibt

19. März 2026 – Die am Dienstag veröffentlichten Zahlen zum Unterrichtsausfall in Sachsen zeigen eine leichte Verbesserung der Unterrichtsversorgung. Der Landeselternrat Sachsen bewertet diese Entwicklung als positives Signal, sieht jedoch weiterhin erheblichen strukturellen Handlungsbedarf. 

„Statistisch fällt weniger Unterricht aus. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler. Jede gehaltene Stunde bedeutet ein Stück mehr Bildungsgerechtigkeit“, erklärt Mandy Prietzel vom erweiterten Vorstand des Landeselternrates. Die aktuellen Daten zeigten, dass die im vergangenen Jahr ergriffenen Maßnahmen erste Wirkung entfalten.

Der Landeselternrat weist darauf hin, dass ein Teil der Verbesserung auf verstärkte Abordnungen von Lehrkräften zurückzuführen ist. Diese können kurzfristig zur Stabilisierung beitragen, verlagern jedoch die bestehenden Probleme landesweit und in die Zukunft.

Gleichzeitig muss die Bildungspolitik jetzt konsequent nachsteuern. „Schulen brauchen endlich ausreichend Puffer, um Ausfälle durch Krankheit, Fortbildung oder besondere Förderbedarfe ausgleichen zu können. Dafür müssten sowohl der Grund- als auch der Ergänzungsbereich realistisch geplant und mit entsprechenden Haushaltsstellen hinterlegt werden“, erklärt Stefan Kraft, Vorsitzender des Kreiselternrates Dresden und Mitglied des Landeselternrates und warnt zugleich vor falschen Schlussfolgerungen: „Wenn Lehrkräfte von einer Schule an eine andere abgeordnet werden, entstehen an anderer Stelle neue Lücken. Gerade in den kreisfreien Städten sehen wir, dass Unterricht jetzt dort ausfällt, wo er zuvor verlässlich stattgefunden hat.“

Eine solche Praxis kann daher kein dauerhaftes Instrument der Schulpolitik sein. Vielmehr braucht es langfristige Strategien, um die Unterrichtsversorgung sowohl im ländlichen Raum als auch in den Städten verlässlich sicherzustellen.

„Äquivalente Lernbedingungen für alle Kinder in Sachsen erreichen wir, wenn ausreichend und gut ausgebildete Lehrkräfte dauerhaft und planbar an den Schulen arbeiten können“, betont Ronald Lindecke, Vorsitzender Landeselternrat Sachsen. „Dazu bedarf es einer adäquaten parlamentarischen Reaktion auf eine saubere Lehrerbedarfsanalyse.“ Ebenso können multiprofessionelle Teams als zusätzliche Unterstützungsstrukturen für Entspannung sorgen. Schulassistenzen könnten Lehrkräfte im Schulalltag entlasten und sollten deshalb dauerhaft und möglichst unbefristet auf eigenen Stellen verankert werden.Der Landeselternrat Sachsen fordert daher, die positiven Entwicklungen als Ansporn zu nutzen, um die Personalplanung im Bildungsbereich langfristig stabil und verlässlich aufzustellen. Nur so lässt sich Unterrichtsausfall dauerhaft reduzieren und die Qualität der Bildung sichern.