– Landeselternrat fordert verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Endgeräten in der Schule –
20. Januar 2026 – Der Landeselternrat Sachsen spricht sich für klare, verbindliche und landesweit nachvollziehbare Regelungen zur Nutzung und Beschaffung digitaler Endgeräte im schulischen Kontext aus. Digitalisierung darf nicht Selbstzweck sein. Sie muss sich am Bildungsauftrag orientieren und dem Schutz der geistigen, seelischen und körperlichen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen dienen.
„Digitale Bildung braucht Struktur und Verantwortung. Schule ist ein geschützter Raum – hier müssen klare Regeln gelten, die Lernen ermöglichen und Kinder stärken“, verdeutlicht Ronald Lindecke, Vorsitzender des Landeselternrates Sachsen. „Der Landeselternrat tritt für den Gebrauch digitaler Bildung mit pädagogisch begründeten Leitplanken für den schulischen Alltag ein.“
Die wissenschaftliche Erkenntnislage zeigt, dass eine unkontrollierte oder ungeklärte Nutzung digitaler Endgeräte mit Risiken verbunden sein kann. Dazu zählen Konzentrationsprobleme, Überforderung, soziale Spannungen sowie eine erhöhte Ablenkung im Unterricht. Gleichzeitig können digitale Medien – richtig eingesetzt – Lernprozesse unterstützen, individualisieren und Medienkompetenz fördern.
„Genau hier liegt der Kern unserer Forderung“, so der Vorsitzende weiter. „Digitale Endgeräte haben ihren Platz in der Schule – aber nicht unbegrenzt, nicht unstrukturiert und nicht ohne klare pädagogische Zielsetzung.“
Der Landeselternrat Sachsen setzt sich daher für einheitliche schulische Regelungen ein, die transparent festlegen,
• wann, wie lange und zu welchen Zwecken digitale Endgeräte im Unterricht eingesetzt werden,
• wie private mobile Endgeräte auf dem Schulgelände genutzt werden dürfen und
• wie Schulen bei Verstößen rechtssicher und verhältnismäßig handeln können.
„Eltern erwarten zu Recht Verlässlichkeit von Schule“, betont Dana Book, Vorstandsmitglied aus der Sächsischen Schweiz.
„Unterschiedliche oder widersprüchliche Regelungen von Schule zu Schule führen zu Unsicherheiten, Konflikten und unnötigem Druck auf Kinder, Eltern und Lehrkräfte.“
Erfahrungen aus sächsischen Schulen zeigen: Klare und konsequent umgesetzte schulische Handyregelungen verbessern das Unterrichtsklima, reduzieren Ablenkung und fördern soziale Interaktion – insbesondere in Pausen. Gespräche, Bewegung und gemeinsames Erleben nehmen zu, während sozialer Vergleichs- und Leistungsdruck abnimmt.
Michael Gerhardt aus der Stadt Leipzig ergänzt: „Regeln wirken nur dann, wenn sie verständlich sind und auch durchgesetzt werden können. Schulen brauchen dafür Rückhalt, rechtliche Klarheit und Unterstützung – auch durch Fortbildungsangebote für Eltern und Lehrkräfte.“
Der Landeselternrat Sachsen fordert daher:
• klare schulrechtliche Rahmenvorgaben zur Nutzung digitaler Endgeräte,
• Umsetzung und Weiterentwicklung pädagogischer Medienbildungskonzepte an allen Schulen,
• begleitende Informations- und Bildungsangebote für Eltern,
• sowie verhältnismäßige und transparente Konsequenzen bei Regelverstößen.
„Digitale Bildung gelingt nur gemeinsam“, so Ronald Lindecke abschließend. „Wenn Schule, Eltern und Bildungspolitik an einem Strang ziehen, können digitale Medien verantwortungsvoll genutzt werden – ohne die Gesundheit, Entwicklung und sozialen Fähigkeiten unserer Kinder aus dem Blick zu verlieren.“
